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  • ginamuenstermann

Der Vor-Fall | Folge 4

Bevor ich weiter erzähle, muss ich zwei weitere Begegnungen schildern, die mein Verständnis für meine abschliessende Diagnose förderten.


Ich rekapituliere kurz: Es geht um eine verkürzte Rückenlinie, überbeanspruchte Strukturen in der Lendenwirbelsäule, Nervenschmerzen und Narben im Gesicht. Langsam komme ich der Ursache für diese Diagnose auf die Spur.


Die erste Begegnung spielte sich bei meinem Neurologen ab. Er schaute sich die MRT Bilder an und meinte: «Alles nicht so schlimm wie das im Befund formuliert ist. Das ist eine Ihrem Alter entsprechende Wirbelsäule.» Ihm wichtig war vor allem, mir zu versichern, dass die Schmerzen verursachende Nervenwurzel nicht beschädigt, sondern aufgrund des Bandscheibenvorfalls nur gereizt war. Ich ging von da an in die Physiotherapie, turnte weiter mein Schonprogramm und begann langsam wieder mit wohldosiertem Kraft- und Tennistraining.


Diese Diagnose stellte mich noch nicht zufrieden. Darum zeigte ich die Bilder zusätzlich einem Orthopäden. Er vollführte ein paar Muskeltests. Jene auf der linken Seite fielen eindeutig schwächer aus. «Sehen Sie, das ist der Bandscheibenvorfall», erklärte er mir. Zudem sehe er auf dem MRT die Wirbelsäule einer Dreissigjährigen. Ich dürfe alles machen, solange es sich gut anfühle – Tennis inklusive, auch wenn diese Sportart die Wirbelsäule einseitig belaste. Ich war erleichtert. So sehr, dass ich vergass, die eine Frage zu stellen, die mich danach während Tagen wurmte.


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